Giftig für Fische!

Entstehung:

Letztendlich durch ein Überangebot von Ammoniak (Überfütterung, Überbesatz), der zu Nitrit abgebaut wird.
Bei neu eingerichteten oder zu stark "gesäuberten"Becken durch Fehlen von Bakterien, die Nitrit abbauen.

Chemie:

Nitrit entsteht durch Oxidation von Ammoniak durch Nitrosomonas-Bakterien (Nitrifikation).

Abbau:

Der Abbau von Nitrit wird von Bakterien der Gattung Nitrobakter erledigt.
Ammoniak ist praktisch das Futter der Niitrosomonas-Bakterien. Ist viel Futter da, vermehren sie sich sehr stark. Erst durch das Entstehen von zu viel Nitrit, dem Futter der Nitrobakter-Bakterien, beginnen diese sich zu vermehren. Da diese Bakterien nur langsam wachsen, kann es auch im eingelaufenen Becken zeitweise zu erhöhten Nitritwerten kommen. Haben sich genügend Bakterien gebildet, geht der Nitritwert wieder zurück.

In einem gut laufenden Becken ist das Verhältnis ausgeglichen und es kommt zu keinen erhöhten Werten im Stickstoffkreislauf.

Messung:

Genauere Messung durch Tropfentest. Einen schnellen Überblick bieten auch Teststreifen.

Normalwert:

optimal: nicht nachweisbar
bedenklich: ab 0,1 mg/l
tödlich: ab 0,2 mg/l über längere Zeit

Im Aquarium:

Es gibt keine pauschale Aussage, welcher Wert für welche Fischart tödlich ist. Je nach Fischart finden sich sehr unterschiedliche Empfindlichkeiten gegenüber der Nitritkonzentration.

Verhalten der Fische bei zu hohen Werten:

Hinweise auf eine Nitritvergiftung sind ruckartige oder zuckende Bewegungen und/oder unkontrolliertes "durch das Becken schießen". Auch plötzlich auftretendes Scheuern kann ein Hinweis auf eine Nitritvergiftung sein. Evtl. auch Schnappatmung.
Sauerstoffaufnahme ist gestört -> Ersticken

Erste Hilfe bei zu hohen Werten:

  1. Ab Werten von 0,2 mg/l sofortiger Wasserwechsel von 60 bis 80 %! Anschliessend andauernde Kontrolle und kleinere Wasserwechsel bis Nitrit nicht mehr nachweisbar ist.
  2. Überprüfung des Filtersystems (Filter z. B. verschlammt oder verstopft?)
  3. Überprüfung des Fischbestandes (fehlt ein Fisch?)
  4. Überprüfung des Bodengrundes auf Faulstellen (aufsteigende Luftblasen, z. B. in den Ecken?)
  5. Einstellen der Fütterung

Durch Zugabe von Produkten aus dem Zoofachhandel kann der Abbau von Nitrit zu Nitrat beschleunigt werden. Dies geschieht aber bedingt durch das langsame Wachstum der Nitrobakter-Bakterien relativ langsam. Dauernde Kontrolle und Wasserwechsel sind deshalb trotzdem notwendig!


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