Ammonium ist ein optmaler Pflanzendünger und ungiftig für die Fische. Ammoniak ist jedoch ein starkes Fischgift!
Entstehung:
Ammoniak entsteht durch die Fischatmung oder auch durch den Zerfall organischer Stoffe. Organische Stoffe fallen im Aquarium an durch:
- zu viel Futter (Überfütterung = häufigste Ursache!)
- Fischkot und -urin (Überbesatz!)
- tote Fische
- abgestorbene Pflanzenteile
Chemie:
Ammonium NH4+ / Ammoniak NH3
Das Verhältnis von Ammonium zu Ammoniak ist stark abhängig
vom pH-Wert.
Ist der pH-Wert unter 7 liegt fast nur Ammonium vor. Je höher der
pH-Wert ist, desto mehr vom giftigen Ammoniak wird gebildet, bei pH 9
z. B. schon 50 %!
Auch die Temperatur spielt hierbei eine Rolle.
Abbau:
Im gut eingefahrenen Becken mit optimalem biologischem Gleichgewicht wird Ammonium/Ammoniak von Pflanzen als Nahrungsquelle genutzt. Der Rest wird durch Nitrosomas-Bakterien mit Hilfe von salpetriger Säure und Hydrogencarbonat zu Nitrit + Wasser + CO2. Der Nitrifikationskreislauf beginnt -> Nitrifikation.
Messung und Bedeutung:
Gemessen wird immer beides: Ammonium + Ammoniak.
Um die Giftigkeit des Aquarienwasser zu berechnen muss eine pH-Wertmessung
vorgenommen werden und der Anteil von giftigem Ammoniak pH-wertabhängig
aus einer Tabelle abgelesen werden.
Messung des pH-Wertes ist auch sonst noch wichtig im Zusammenhang mit
zu hohem Ammonium/Ammoniakgehalt:
Dieser kann durch den Verbrauch von Hydrogencarbonat und dadurch fehlenden
Karbonathärtepuffer akut sinken!
Normalwert:
0 mg/l
ab 0,1 mg/l ist ein Eingreifen erforderlich
Im Aquarium:
Alles Eiweiss im Futter, das ins Aquarium kommt, wird zu Ammoniak, egal ob über den Fisch (Atmung) oder den direkten Abbau.
Durch den Abbau von Eiweiss entsteht immer giftiger Ammoniak: Fische
atmen Ammoniak aus, so entsorgt der Fisch seinen Stickstoff.
Das Eiweiss in nicht gefressenem Futter oder im Fischkot wird von Bakterien
zu Ammoniak abgebaut.
Dieser Ammoniak wird bei niedrigen pH-Werten sofort in ungiftiges Ammonium umgewandelt.
Optimalerweise wird dieses Ammonium durch gut wachsende und üppige Bepflanzung entsorgt. Den Rest erledigen Bakterien (Nitrosomonas) und oxidieren Ammonium/Ammoniak zu Nitrit (siehe Abbau).
Verhalten der Fische bei zu hohen Werten:
Ammoniak verhindert in den Kiemen die Aufnahme von Sauerstoff durch das Hämoglobin im Blut der Fische, d. h. diese ersticken. Trotz ausreichend Sauerstoff im Becken stehen die Fische unter der Wasseroberfläche und atmen schnappend.
Erste Hilfe bei zu hohen Werten:
- Sofortiger Wasserwechsel von 60 bis 80 %! Ammoniak ist schon in geringen Konzentrationen für manche Fischarten sehr giftig.
- Überprüfung des Filtersystems (Filter z. B. verschlammt oder verstopft?)
- Überprüfung des Fischbestandes (fehlt ein Fisch?)
- Überprüfung des Bodengrundes auf Faulstellen (aufsteigende Luftblasen, z. B. in den Ecken?)
- Einstellen der Fütterung
Im Zoofachhandel gibt es Mittel, die Ammoniak und Nitrit schnell beseitigen. Dies ist für unerfahrene Aquarianer wohl immer noch das Mittel der Wahl. Wichtig ist jedoch eine ständige Kontrolle der Wasserwerte und kleinere Wasserwechsel so lang, bis auch Nitrit nicht mehr nachweisbar ist.
Für erfahrene Aquarianer käme auch noch ein künstliches Absenken des pH-Wertes in Betracht, z. B. durch Zugabe von C02 oder säurehaltiger Mittel aus dem Zoofachhandel. Unerfahrenen Aquarianern rate ich davon ab, da dies u. U. nur zu anderen Problemen mit fatalen Folgen führen kann!
