Autor Klaus Weissenberg
- Keine Einlaufphase fürs neue Aquarium
- Altes Aquarium ganz "sauber" machen
- Überfütterung
- Neue Fische zu schnell umsetzen
- Fischkrankheiten zu spät oder gar nicht behandeln
- Am falschen Ende sparen - z.B. zu kleine Filter kaufen
- Leuchtstofflampen erst nach 3 Jahren (!?) auswechseln
- Wasserwechsel und Wasseraufbereiter vergessen
- Keinen oder zu wenig Pflanzendünger verwenden
- Alte überholte Aquarienbücher lesen und alles besser wissen
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Keine Einlaufphase fürs neue Aquarium.
Immer wieder kommen Kunden zu uns, die ihr Aquarium "schon" 2 Tage stehen haben und nun endlich Fische kaufen wollen! Erst nach intensiver Beratung zeigen sich die meisten Menschen einsichtig und nehmen anstatt der Fische lieber noch einige Pflanzen oder einen Nitrittest mit nach Hause. Ihnen raten wir dann noch mindestens eine, besser zwei Wochen zu warten, damit sich das Aquarium in Ruhe biologisch einfahren kann. Denn in jedem Aquarium ist ein gewisser Stamm an Bakterien notwendig, welche später Schmutzstoffe (z.B. NO2 = Nitrit) abbauen.
Dass sich das, was wir als biologisches Gleichgewicht im Aquarium bezeichnen, nicht an einem Tag entwickeln kann, leuchtet eigentlich jedem ein, die Natur brauchte dafür Jahrtausende und wir sind halt noch nicht Gott.
Deshalb sollte ein Süßwasseraquarium im Idealfall erst nach 4 Wochen mit Fischen besetzt werden.
Bei einen Seewasseraquarium im Idealfall sogar erst nach 6 Monaten!
Natürlich kann mit diversen Mittelchen, die im Zoofachhandel erhältlich sind, nachgeholfen werden, womit die Einlaufzeit etwas reduziert wird. Trotzdem vor dem Kauf der Fische Nitrit testen und nur bei Werten unter 0,1mg/l Fische einsetzen! Dann die ersten Tage sparsam füttern, denn sonst droht den neuen Fischen das traurige Schicksal der Nitritvergiftung, was nach meinen Erfahrungen Todesursache Nummer 1 ist!
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Altes Aquarium ganz "sauber" machen.
Kunde: "Vorgestern hab ich alles sauber gemacht und nun sind trotzdem alle Fische tot."
Leider hören wir das immer wieder, dass Kunden ihr alteingefahrenes Aquarium praktisch zerstören, teils aus Unwissen, falscher Beratung und/oder Besserwisserei.
Ein Wassertest des Kundenaquariums zeigt dann in 95% aller Fälle, dass die Fische an Nitritvergiftung gestorben sind. Wie oben beschrieben hätte das Aquarium erst einmal eine längere Einlaufzeit gebraucht, bevor die Fische wieder in dieses nach dem Saubermachen sterile Becken kommen.
Sauberkeit wird hier oft übertrieben, ein Absaugen des Bodengrundes (mit einer Saugglocke) und damit ¼ Wasserwechsel wäre dem Aquarium besser bekommen. Nie Filterreinigung und Wasserwechsel zusammen!
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Überfütterung!
Nitritvergiftung Todesursache Nummer 1, oft eine Folgeerscheinung von Überfütterung.
"Hand aufs Herz, wie oft und wie viel füttern Sie Ihren Fischen?" frage ich sie.
"Ein gehäufter Teelöffel zwei Mal am Tag." sagt der vor mir stehende Kunde, dem schon wieder Fische eingegangen sind. Ein Wassertest des Aquariums würde zeigen, das dort 0,5 mg/l Nitrit oder auch mehr vorhanden sind. Eindeutig sind auch diese Fische an Nitritvergiftung gestorben.
Soviel Wasserbelastung durch falsche Fütterung schafft auch der beste Filter nicht!
Dabei vergessen die Aquarianer (auch die, welche seit 30 Jahren Fische ihr eigen nennen) immer wieder die Relation der Größe zwischen Fisch und Futter!
Dabei ist eine Futterflocke für 5 Fische von der Größe eines Guppy voll ausreichend! ("große Fische" natürlich relativ mehr)
Wobei ich noch nie erlebte, das Fische in irgendeinem Aquarium verhungert sind.
Besser für die Fische ist mehrmals am Tag (drei bis vier Mal) füttern, dafür minimalste Mengen.
Ein bis zweimal pro Woche sollten Welse mit Futtertabletten zugefüttert werden!
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Neue Fische zu schnell umsetzen.
Fische sollten mindestens eine ½ Stunde umgesetzt werden, in dieser Zeit alle 5 Minuten Aquariumwasser zugeben, damit die neu erworbenen Fische keinen Klimaschock bekommen und deshalb krank werden. Typische Krankheit bei zu schnellem Umsetzen neuer Fische ist die Weißpünktchenkrankheit!
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Fischkrankheiten zu spät oder gar nicht behandeln.
"Sind ja nur Fische, kann man ja neue kaufen," lautet wohl das Motto einiger Zeitgenossen.
Leider ist das bittere Realität im Zoohandel, dass es die Leute oft gar nicht interessiert, woran ihre Fische gestorben sind. Sondern diese Kunden fordern nur rücksichtslos Ersatz, da sie immer dem Händler dafür die Schuld geben, das ihre Fische gestorben sind. Es ist halt auch hier einfacher die Schuld anderen zuzuschieben, als bei sich zu suchen!
Nach der Befragung des Kunden stellt sich oft heraus, dass die Fische viel zu schnell ins Aquarium geworfen wurden und am nächsten Tag weiße Punkte hatten. Auf die Frage, ob und welche Medikamente dann benutzt wurden, schüttelt der Kunde nur den Kopf.
Nun, die meisten dieser Fische waren leider nicht mehr zu retten. Dabei gibt es einige gut und schnellwirkende Medikamente gegen diese Kinderkrankheit der Fische.
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Am falschen Ende sparen - z.B. zu kleine Filter kaufen.
Grundsätzlich kann ein Filter nie groß genug sein! Je mehr Filterung, je weniger Wasserbelastung durch Schmutzstoffe und je weniger Wasserwechsel ist notwendig.
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Leuchtstofflampen erst nach 3 Jahren (!?) auswechseln.
Leuchtstoffröhren sollten je nach der vom Hersteller empfohlenen Lebenszeit ausgetauscht werden, da die meisten dann um 50% und mehr vom nicht sichtbaren Licht nachlassen! Einfache Leuchtstoffröhren sollten spätestens nach 12 Monaten ausgewechselt werden. HQl-Birnen und HQI-Brenner nach 2 Jahren.
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Wasserwechsel und Wasseraufbereiter vergessen.
Auch bei einem gut eingelaufenen Aquarium sollte trotz guter Filterung alle 2 Wochen 10% Wasserwechsel (wegen nicht abbaubaren Nitrat) erfolgen.
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Keinen oder zu wenig Pflanzendünger verwenden.
Gelbe oder braune Pflanzenteile deuten auf Nährstoffmangel hin, der Aufbau von neuen Chlorophyll ist hier mangels Nährstoffen gestört. Zum Bodendünger bei der Neueinrichtung muss in jedem Fall noch ein flüssiger Dünger wöchentlich oder besser täglich (Dupla-Plant 24 -Tagesdünger) zugegeben werden.
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Alte überholte Aquarienbücher lesen und alles besser wissen.
Leider gibt es zu wenig wirklich gute Aquarienliteratur! Viele Bücher im Handel sind vom technischen wie biologischen Wissensstand hoffnungslos veraltet oder dienen nur der Vermarktung von zweifelhaften Produkten!
Zur weiteren tieferen Information empfehlen wir deshalb unsere Buchtipps und im besonderen die Bücher von der Firma Dupla (welche zwar auch ihre Produkte in den Büchern vorstellen, die aber im Gegensatz zu manchen Mitbewerbern ihr Geld wert sind) und auch die Aquarienbücher vom Mergus-Verlag; sowie die Multimedia-CD vom Mergus-Verlag.
