Juwelen-Felshüpfer

Vorkommen/Größe:

Süd-Ost-Asien, gesamter tropischer Indopazifik,

Tiefe: 0 - 6 m
Länge: 14 cm

Da die Familie der Blenniidae über 350 Arten in 50 Gattungen aufweist, beschreibe ich hier nur Allgemeines und einige Arten mit Besonderheiten. Sie bevölkern alle Meere der Welt. Meist leben sie in küstennahen Bereichen, auch in der Gezeitenzone, und lieben felsige Gebiete mit vielen Höhlen und Versteckmöglichkeiten, von denen sie sich nie weit entfernen und die sie vehement verteidigen. Kleine Arten leben auch in leeren Schneckenhäusern und künstlichen Gängen, z. B. von Bohrmuscheln. Der Körper ist von einer dicken Schleimschicht überzogen und den meisten Arten fehlen die Schuppen. Das macht die Tiere sehr empfindlich gegenüber Angreifern und erklärt die Affinität zu ihren Verstecken, die sie nur zur Futtersuche verlassen.

Die Körperform der Fische ist langgestreckt mit durchgehender Rückenflosse vom Kopf bis zur Schwanzwurzel. Da die Fische keine Schwimmblase haben "segeln" sie ohne Schwimmbewegung langsam zu Boden, was mich an einen Drachen erinnert. Die Brustflossen sind mit harten Strahlen ausgestattet und werden zum Aufstützen benützt. Auch die Schwanzflosse dient als Stütze.

Besonders auffällig ist die Kopfform der Fische mit dem "netten, lustigen" Gesicht und den meist großen Augen. Einige Arten tragen auf dem Kopf Fortsätze die verschiedenartige Verzweigungen aufweisen. Die Funktion dieser "Antennen" ist noch nicht geklärt.

Fu

Blenniden kommen in verschiedenen Farben vor, meist längs- oder quergestreift, aber auch gepunktet oder einfarbig. Relativ häufig zu finden ist bei diesen Fischen Mimikry, d. h. Nachahmung anderer Fischarten. Besonders zu erwähnen ist hier ein Vertreter der Säbelzahn-Schleimfische: Aspidontus taeniatus. Er ahmt im Aussehen den Putzerlippfisch Labroides dimidiatus nach und geht so auf Nahrungssuche. Mit den echten Putzerfischen (siehe Lippfische) bevölkert er die Putzstationen und beißt den putzwilligen "Kunden" ganze Stücke aus Haut und Flossen. Er ist von den echter Putzern nur durch das unterständige Maul zu unterscheiden.
Der Mimikry-Wippschwimmer (Ecsenius gravieri) ahmt den giftigen Schwarzstreifen-Säbelzahnschleimfisch (Meiacanthus nigrolineatus) nach, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Die Arten der Gattung Meiacanthus haben Giftzähne.
Unser Salarias fasciatus passt die Farbe dem jeweiligen Hintergrund an. Sitzt er auf dem helleren Korallensand verblasst die Färbung, auf dem dunklen Riffgestein wird er fast schwarzbraun.

Nahrung:

Viele Arten ernähren sich hauptsächlich vegetarisch von Algen (meist bodenständige Arten mit "Raspelzähnen"), es gibt aber auch Allesfresser und räuberische Arten (Säbelzahnschleimfische mit Giftzähnen).
Die Ernährung der Fische im Aquarium stellt kein Problem dar, meist leben sie von den dort wachsenden Algen, gewöhnen sich aber auch an Ersatzfutter. Nach Wochen purer Algenernährung hat der Futterneid unseren Blenni dazu getrieben, auch Muschelfleisch und Flockenfutter zu fressen. Bei seiner Jagd nach den im Wasser schwimmenden Flocken liefert er immer eine bemerkenswerte Show ab ;-). Manchmal frisst er auch schon aus der Hand.

Fortpflanzung:

Blenniden betreiben Brutpflege. Die Männchen balzen um die Weibchen, die nach der Balz ihre Eier in deren Wohnhöhle ablegen. Bei der Balz ist bei vielen Männchen eine Vergrößerung und Verfärbung der Rückenflosse und eine Vergrößerung der Kopffortsätze zu beobachten. Nach dem Weiterwandern der Weibchen kümmert sich das Männchen bis zum Schlüpfen der Jungen um das Gelege.

Blenni Fu in seiner Wohnhöhle

Die meisten Blenniden lassen sich in fast allen Meerwasseraquarien ohne Probleme halten. Auch die Vergesellschaftung mit anderen Fischarten und niederen Tieren verläuft meist ohne Reibereien. Allerdings wird meist Einzelhaltung empfohlen. Die witzigen Gesellen sind eine Bereicherung für jedes Meerwasseraquarium.
Nachdem unser Blenni Fu nach einigen Wochen einen runden Stein mit Loch entdeckt hat, war er nicht mehr davon zu trennen. Als er bei Umbau des Beckens den Stein nicht mehr auf dem alten Platz vorfand, begann eine verzweifelte Suche. Wieder gefunden, verließ er seine Deckung nicht mehr, egal, was mit dem Stein geschah. Jetzt hat er einen Logenplatz, von dem aus er alle Bewegungen im Becken und im Wohnzimmer gelassen verfolgt. Sitzt er bei der Futtersuche mal im Weg, wird er vom Kaiser und vom Anemonenfisch einfach vorsichtig beiseite geschoben, was er sich ruhig gefallen lässt. Die meisten Schleimfische kommen eben mit anderen Fischen gut zurecht.

Literaturempfehlung zur Vertiefung des Themas, hieraus habe ich auch die Zahlenangaben übernommen: "Meerwasser-Atlas" Band 7, Hans A. Baensch/Dr. Robert Patzner, Mergus-Verlag Melle
"Fischführer Südostasien" Helmut Debelius/Rudie H. Kuiter, 1994, Tetra-Verlag, Melle
"Fischführer Indischer Ozean", Helmut Debelius, 1993, Tetra-Verlag, Melle.

Im Meerwasser-Atlas Band 7 wird diese Fischfamilie sehr ausführlich beschrieben.


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