Pomacanthus sexstriatus

Endlich beginnt unser Bully sich umzufärben.
Ihr werdet die verschiedenen Stadien der Umfärbung hier fast live miterleben können! Mal sehen, ob es auch das wird, was es sein soll. ;-)

Im August 2000 hat sich noch nicht viel getan. Die weißen Stellen sind wieder weg, die blaue Farbe hat er weitgehend verloren, ist jetzt eher graubraun. An den Flossensäumen hat er eine leichte gelbe Färbung.

Inzwischen (November) hat der Fisch einen gelben Schimmer, die Rückenflosse ist fast ganz gelb, manchmal mit einem blauen Flossensaum. Der weiße Strich am Kopf und der letzte an der Schwanzwurzel sind noch deutlich zu sehen, alle anderen verschwinden jetzt langsam.

Ab Januar hat er einen Riesenschub gemacht. Deutlich sind jetzt die gelb-schwarzen Längsstreifen zu erkennen. Die weißen Streifen des Jugendkleides sind fast ganz verschwunden. Pomacanthus sexstriatus ist nicht mehr zu verkennen.

Pomacanthus sexstriatus, die Umfärbung beginnt

Unser Bully heute auf Video

Vorkommen/Größe

Südostasien, Indopazifik

Tiefe: 1 - 60 m
Länge: bis 46 cm

Nicht umsonst tragen die Fische diesen Namen. Mit ihrer bunten, auffälligen Färbung und ihrem überlegenen, majestätischen Verhalten sind sie wirklich die "Kaiser" im Riff. Charakteristisch ist der Kiemendorn, der sie von den verwandten Falterfischen unterscheidet, die auch sehr bunt und vielfältig gefärbt sind. Sie schwimmen meist paarweise durch das Riff, wobei sie auch in großen Tiefen anzutreffen sind. Teilweise leben die Tiere in Gruppen als "Harem" zusammen, es gibt aber auch typische Einzelgänger. Ein Paar beansprucht ein sehr großes Revier, das vehement gegen andere Kaiser der gleichen Art verteidigt wird, vor allem werden Nahrungskonkurrenten vertrieben.

Debelius/Kuiter gehen in ihrem Buch "Fischführer Südostasien" (Tetra-Verlag, 1. Auflage/1994) von 7 Gattungen mit 80 Arten aus. Allerdings dürfte es inzwischen mehr Arten geben, da immer wieder neue entdeckt werden.

Pomacanthus narvarchus - Traumkaiser

Gattungen:

Gattung Pomacanthus:

Großkaiser leben meist einzeln oder paarweise. Der Imperator-Kaiser ist wohl am bekanntesten, er gab der ganzen Familie den Namen. Die Begegnung mit "meinem" ersten Imperator im Roten Meer werde ich nie vergessen; ein schon völlig umgefärbtes Exemplar im Flachwasser. Er ließ mich deutlich spüren, dass er der "Herr im Haus" ist, ließ mich herankommen, wich ab einer gewissen Entfernung zurück. Aber an Flucht dachte er gar nicht, aus der Deckung des nächsten Korallenstocks beobachtete er mich weiter. Ein wirklicher Herrscher!

Gattung Centropyge:

Die sehr umfangreiche Gattung der Zwergkaiser oder Herzogfische möchte ich noch gesondert behandeln. Sehr gute Informationen dazu findet man im "Meerwasser-Atlas" Band 6 der Autoren Dr. Robert Patzner/Dr. Horst Moosleitner, beschrieben von Hans A. Baensch, Mergus-Verlag Melle, wo auch ausführlich die Nachzucht im Aquarium (Frank Baensch, Department of Animal Sciences, Honolulu, Hawaii) beschrieben wird.

Gattung Holacanthus:

Die Arten dieser Gattung leben oft paarweise oder in kleinen Gruppen (Haremsbildung), einige Arten auch einzeln.

Gattung Genicanthus:

Einige Arten bilden Schwärme und gehen gemeinsam auf Planktonjagd, einige leben paarweise oder in kleinen Gruppen. Typisch für diese Gattung ist die leierartig ausgebildete Schwanzflosse, deshalb auch der deutsche Name "Lyra-Kaiserfisch".

Gattung Apolernichthys:

Mit Ausnahme der Rauchkaiser A. xanthotis und A. xanthurus eignet sich diese Gattung nicht zur Aquarienhaltung. Die Arten sind sehr selten, leben in großer Tiefe oder sind im fortgeschrittenen Lebensalter absolute Nahrungsspezialisten. Über das Verhalten dieser Fische im Meer ist wenig bekannt.

Gattung Chaetodontoplus:

Bis auf einige Ausnahmen die in Algenbecken gehalten werden können, gilt das Gleiche wie für die Gattung Apolernichthys.

Gattung Pygoplites:

Hier ist nur eine Art beschrieben, der Pfauen-Kaiser. Die Art ist ein absoluter Nahrungsspezialist (Schwämme) und geht bei Aquarienhaltung nach einiger Zeit ein.

Nahrung:

Kaiser ernähren sich von Algen, Schwämmen, Korallenpolypen und allerlei Kleingetier, einige auch von Plankton. Besonders ausgewachsene Kaiser entwickeln sich oft zu Nahrungsspezialisten und sind deswegen im Aquarium nicht mehr an Ersatznahrung zu gewöhnen. Ebenso sind etliche Arten auf bestimmte Nahrung spezialisiert und nicht für die Aquarienhaltung geeignet. Die Gattung Genicanthus ernährt sich im Meer ausschließlich von Plankton, ist aber in jungen Jahren auch an Ersatzfutter zu gewöhnen. Hier ist in freier Natur auch Schwarmbildung zu beobachten.

Fortpflanzung:

Bei vielen Arten besteht, wie bei vielen Meerwasserfischen, Sexualdimorphismus, d. h. die Fische kommen als Weibchen zur Welt und wandeln sich bei Bedarf zu Männchen um. Die Geschlechter sind meist äußerlich nicht zu unterscheiden. Eine weitere Besonderheit vor allem bei den Großkaisern ist die Jugendfärbung (siehe Fotos oben). Allgemein wird angenommen, dass die Jungtiere so im Revier der ausgewachsenen Fische nicht als Konkurrenten erkannt und bis zur Umfärbung (nach ca. 2 Jahren) geduldet werden. Es gibt aber auch Experten, die dies anzweifeln.
Die Fortpflanzung findet meist bei Vollmond und paarweise statt, die Eier treiben wie bei nicht Brutpflege betreibenden Fischen unter der Wasseroberfläche, genauso die Larven.

Kaiserfische gelten als sehr intelligent. Unser Bully ist handzahm und kann einzelne Personen vor dem Becken unterscheiden, eine erhebliche Veränderung wie z. B. Hut, Winterjacke oder Sonnenbrille irritiert ihn allerdings. Besonders die Futterdose bringt ihn in helle Aufregung. Ich bilde mir auch ein, dass er meine Stimme wahrnimmt, was Klaus heftig bestreitet. Bully teilt sich mit unserem Hawaii-Doktor die größte Höhle im Riff, alle anderen Fische werden von beiden vertrieben. Sie schwimmen oft gemeinsam durch das Becken, vermenschlicht könnte man von "Freundschaft" sprechen. Von einer Eigenart der Kaiser macht der Fisch regen Gebrauch: das Erzeugen von Tönen. Er äußert seinen Unmut vor allem beim Verteidigen der Höhle und auch bei der Futteraufnahme sind die Laute (ein "tock-tock") im Zimmer deutlich zu hören. Mit zunehmenden Alter und der Geschlechtsreife werden auch die Töne lauter und sind wesentlich öfter zu hören. Er lässt sich jetzt nichts mehr gefallen, auch von seinem "Kumpel" nicht.

Die meisten der im Handel angebotenen Kaiserfische sind im Aquarium gut zu halten und passen sich in jungen Jahren schnell an das Ersatzfutter an. Über die gemeinsame Haltung mit anderen Fischen und niederen Tieren sollte man sich vor dem Kauf Gedanken machen. Mehrere Kaiserfische in einem Becken geht aufgrund des ausgeprägten Revierverhaltens meist nicht gut, Einzelhaltung wird empfohlen. Einige Arten verhalten sich sehr aggressiv gegenüber anderen Fischen, andere sind ruhig und brauchen auch ruhige Mitbewohner.
Vor allem die großen Kaiser der Gattungen Pomacanthus (bis zu 60 cm) und Holacanthus wachsen über kurz oder lang aus dem Becken heraus. Kaiser wachsen zwar sehr langsam und können lange gehalten werden, aber mit den Jahren ist ein sehr großes Becken fällig oder es muss ein anderer Weg gefunden werden, den Fisch unterzubringen. Das sollte vor dem Kauf abgeklärt sein, zumal die Tiere weit über 20 Jahre alt werden können.

Literaturempfehlung zur Vertiefung des Themas, hieraus habe ich auch die Zahlenangaben übernommen: "Meerwasser-Atlas" Band 6, Dr. Robert Patzner/Dr. Horst Moosleitner, Mitarbeit Hans A. Baensch, Mergus-Verlag Melle
"Fischführer Südostasien" Helmut Debelius/Rudie H. Kuiter, 1994, Tetra-Verlag, Melle
"Fischführer Indischer Ozean", Helmut Debelius, 1993, Tetra-Verlag, Melle

Zur Vertiefung des Themas ist besonders der "Meerwasser-Atlas" Band 6 zu empfehlen!


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