Vorkommen/Größe:
In den tropischen Meeren rund um die Welt ist die Familie der Chaetodontidae, der Falter- oder Schmetterlingsfische, zuhause. Laut Debelius ("Fischführer
Südostasien" Helmut Debelius/Rudie H. Kuiter, 1994, Tetra-Verlag, Melle) sind 10 Gattungen mit ca. 130 Arten bekannt. Die Falter, ebenso Borstenzähner
wie die verwandten Kaiserfische, gelten inzwischen als eigenständige Familie. Ebenso
wurde in jüngerer Zeit eine noch größere Verwandtschaft zu den Doktorfischen nachgewiesen.
Die flache, hohe Körperform mit den ausgeprägten Rücken- und
Afterflossen und der farbenfrohen Musterung meist in Gelb-, Orange-, Weiß-
und Schwarztönen fallen Tauchern und Schnorchlern im Riff sofort auf.
Als riffgebundene Fische leben Schmetterlingsfische selten im Schwarm, meist
paarweise oder auch einzeln an und in Korallenriffen, allerdings wurden einige
Arten auch schon in großer Tiefe entdeckt.
Schmetterlingsfische erreichen eine Größe von ca. 10 bis 30 cm
je nach Art.
Gattungen:
Gattung Chaetodon:
Diese Familie weist die meisten Arten der Falter auf. In die Gattung gehört auch der größte Schmetterlingsfisch: Chaetodon lineolatus (Gestreifter Falterfisch) mit ca. 30 cm Länge. Die meisten Arten leben einzeln oder paarweise in einem großen Territorium. Nur einige wenige Arten sind zur Aquarienhaltung geeignet.
Gattung Chelmon (Pinzettfische):
Das lange, pinzettenförmig ausgezogene Maul gab den Fischen ihren Namen. Chelmon rostratus ist als Aquarienfisch des öfteren im Handel zu finden. Er soll mit Vorliebe die unbeliebten Glasrosen fressen, was von einigen Aquarianern bezweifelt wird. Die Haltung wird nur sehr erfahrenen Meerwasseraquarianern empfohlen und da die Fische sehr schwimmfreudig und ausdauernd sind, auch nur bei entsprechender Beckengröße gehalten werden sollen.
Gattung Forcipiger:
Die Arten dieser Gattung zeichnen sich durch ein noch längeres, pinzettenförmiges Maul aus.
Gattung Hemitaurichthys:
Einige Arten gelegentlich im Handel, Schwarmfische.
Gattung Heniochus:
Die Besonderheit des Wimpelfisches ist die lang ausgezogene Rückenflosse.
Besonderheit:
Die Besonderheit der Falter ergibt sich durch ihre Ernährung. Alle Arten sind mehr oder weniger ausgeprägte Nahrungsspezialisten. Sie lassen sich nur sehr schwer und nur als Jungtiere an Ersatzfutter gewöhnen. Aufgrund fehlender natürlicher Nahrung verhungern die Fische im Aquarium innerhalb von 2 Wochen. So bleibt die Haltung dieser wunderbaren Fische nur sehr erfahrenen Meerwasseraquarianern vorbehalten. Wegen des starken Territorialverhaltens im Aquarium wird Einzelhaltung empfohlen.
Ernährung:
Wie bereits erwähnt sind Falterfische Nahrungsspezialsten. Arten die sich ausschließlich von Korallenpolypen ernähren sind für die Aquarienhaltung gänzlich ungeeignet. Andere Arten ernähren sich von Krebstieren, Würmern, Wirbellosen, manche Allesfresser sogar von Algen.
Fortpflanzung:
Das Ablaichen erfolgt im Schwarm oder auch paarweise unter der Wasseroberfläche. Die Larven schwimmen frei im Wasser und ernähren sich von Plankton, nach Beendigung des Larvenstadiums verstecken sich die Jungfische im Geäst von Korallen. Dies deutet auch auf die Verwandtschaft mit den Doktorfischen hin.
Literaturempfehlung zur Vertiefung des Themas, hieraus habe ich auch die
Zahlenangaben übernommen:
"Meerwasser Atlas
Band 6", Dr. Robert A. Patzner/Dr. Horst Moosleitner, Mergus-Verlag Melle.
"Fischführer Südostasien" Helmut Debelius/Rudie H. Kuiter, 1994,
Tetra-Verlag, Melle.
Zur Vertiefung des Themas ist besonders "Falter- und Kaiserfische" des Mergus-Verlages (1979) zu empfehlen. Im "Meerwasser-Atlas" Band 6 sind die seitdem neu entdeckten Arten zusätzlich aufgenommen.
