Vorkommen/Größe:

In tropischen Riffen (Pazifik, Japan bis Hawaii) die Familie der Doktorfische zuhause. Laut Literatur ( "Fischführer Südostasien" Helmut Debelius/Rudie H. Kuiter, 1994, Tetra-Verlag, Melle ) sind derzeit 6 Gattungen mit ca. 80 Arten bekannt. Die Größe der Fische bewegt sich bei kleineren Arten von 15 cm bis zu einer Länge von 100 cm z. B. bei Arten der Gattung Naso.

Gattungen:

Acanthurus nigrofuscus -Braune Doktoren / Rotes Meer

Gattung Acanthurus:

Hier finden sich die meisten Arten, ca. 40. Die Fische ernähren sich überwiegend pflanzlich, ihr Futter finden sie im hellen, von der Sonne durchfluteten Flachwasser, wo die verschiedenen Algenarten hervorragend gedeihen. Um Nahrungskonkurrenten zu umgehen schließen sie sich zu großen Schwärmen zusammen. Zwei Arten ernähren sich ausschließlich von Plankton.

Gattung Paracanthurus:

Der Palettendoktor Paracanthurus hepatus ist der einzige Vertreter dieser Gattung. In Schwärmen ist er an Außenriffkanten auf Planktonjagd. Die Art ist im Aquarium gut zu pflegen, bei entsprechender Beckengröße auch mehrere Tiere gemeinsam.

Zebrasoma flavescens - unser Dr. Ben

Gattung Zebrasoma:

Die Segelflossendoktoren mit 7 Arten leben meist einzeln oder paarweise in algenreichen Abschnitten des Riffs. Sie sind häufig in Meerwasseraquarien zu finden, besonders beliebte Arten sind Zebrasoma flavescens und Zebrasoma xanthurum (u. U. schwierige Eingewöhnung). 

Gattung Ctenochaetus:

Der deutsche Name "Borstenzahn-Doktor" weist auf die Besonderheit dieser Gattung hin. Mit beweglichen Borstenzähnen im Maul schaben die Fische die Algen vom festen Untergrund ab. Sie leben meist paarweise oder in Schwärmen.

Gattung Naso:

Die Nasendoktoren weisen an der Stirn große "Beulen" oder auch "Hörner" auf, die dieser Gattung den Namen gegeben haben. Die Tiere schwimmen in großen Schwärmen und ernähren sich von Plankton. Aufgrund der Größe (bis zu 100 cm) verbietet sich bis auf einige Ausnahmen die Haltung im Aquarium von selbst.

Gattung Prionurus:

Fische dieser Gattung sind hauptsächlich in kühleren Gewässern zu finden und schwimmen meist in Gruppen oder großen Schwärmen. Sie ernähren sich von Plankton. Für die Haltung in Aquarien sind sie ungeeignet, entweder werden sie zu groß oder sind schwierig zu ernähren, auch die niedrigere Wassertemperatur stellt ein Hindernis für die "normale" Seewasseraquaristik dar.

Besonderheit:

Der Name "Doktorfische" leitet sich von Dornen oder feststehenden, manchmal auch doppelt angelegten "Klingen" an der Schwanzwurzel der Fische ab. Der Fisch kann diese nicht willkürlich einsetzen, aber sie wohl durch eine besondere Schwimmweise als beachtliche Waffe einsetzen. Ich habe schon Berichte gehört, wo der Konkurrent regelrecht aufgeschlitzt wurde. Von einem Fangversuch mit der bloßen Hand ist aus diesem Grund abzuraten!

Ernährung:

Wie schon oben beschrieben ernähren sich Doktoren hauptsächlich von festgewachsenen Algen, einige Arten auch nur von Plankton. Im Aquarium gewöhnen sich die Fische größtenteils auch an Flockenfutter, Frostfutter usw. Unser Dr. Ben (s. o.) stürzt sich besonders auf frisches Muschelfleisch, wobei er meist auch nicht zu kurz kommt. Bei Frostfutter hat er manchmal Probleme, dieses mit dem spitzen Maul aufzunehmen. Da muss er sich schon ziemlich anstrengen, damit er was abbekommt. Ansonsten ist er den ganzen Tag am Algenzupfen. Caulerpa-Algen haben nur an Stellen mit starker Wasserbewegung eine echte Chance.

Fortpflanzung:

Die Fische werden ca. mit 2 Jahren geschlechtsreif. Die Paarung richtet sich wie bei vielen Fischen nach dem Mondzyklus. Die Weibchen können alle 4 Wochen ablaichen. Bei der Balz zeigen die Männchen mancher Arten einen eindrucksvollen Farbwechsel. Die Befruchtung der Eier findet unter der Wasseroberfläche statt, wo Männchen und Weibchen gemeinsam Eier und Samen absetzen. Nachdem sich die Larven 2 Tage vom Dottersack ernährt haben, nehmen sie frei treibend im Wasser Plankton auf. Nach einigen Wochen verstecken sich die Jungfische in den Korallenriffen und vertilgen bald auch Algen.

Im Aquarium ist es wohl schon zur Paarung gekommen, allerdings wurde ein Aufwachsen von Jungfischen noch nicht beobachtet (solltet Ihr gegenteiliges zu berichten haben, wäre ich für eine Email dankbar!).

Literaturempfehlung zur Vertiefung des Themas, hieraus habe ich auch die Zahlenangaben übernommen:
Band 1 des "Meerwasser Atlas", Hans. A. Baensch/Helmut Debelius, Mergus-Verlag Melle.


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