Goldie - Amphiprion clarkii

Vorkommen/Größe:

Persischer Golf, Indischer Ozean bis Westaustralien und Japan, Westpazifik (Sri Lanka, Taiwan...),
Tiefe: 1 - 55 m
Länge: 15 cm

In allen tropischen Riffen (einige Arten auch in gemäßigten Zonen) rund um die Welt ist die Familie der Pomacentriden (ca. 300 Arten), der Riffbarsche, zuhause. Die Riffbarsche werden in 4 Unterfamilien eingeteilt: Amphiprioninae (die Anemonenfische), Pomacentrinae (die Demoisellen), Chrominae (die Schwalbenschwänze) und Lepidozyginae.

Gattungen:

Die Anemonenfische werden in zwei Gattungen eingeteilt, Amphiprion mit zahlreichen Untergattungen und Premnas. Die wichtigsten Vertreter der Untergattungen nach der Einteilung von Dr. Gerald R. Allen "Riffbarsche der Welt" (Mergus-Verlag, Melle):

Untergattung Actinicola:

Amphiprion frenatus Mit den beiden Arten A. ocellaris und A. percula häufig im Zoofachhandel vertreten. Beide Arten werden sehr  erfolgreich nachgezüchtet. Die Haltung im Anemonenbecken ist problemlos, ebenso die Vergesellschaftung mit anderen Fischarten im Anemonenbecken, z. B. Doktorfischen.
Wirtsanemonen: Heteractis magnifica, Stichodactyla gigantea, Stichodactyla mertensi.

Untergattung Amphiprion (Ephippium-Komplex):

A. ephippium , der Glühkohlen-Anemonenfisch, weist keine Körperbinde auf. Wirtsanemonen: Entacmaea quadricolor, Heteractis crispa oder Stichodactyla.
A. frenatus, der Weißbinden-Glühkohlen-Anemonenfisch, hat als Jungtier zwei weiße Körperbinden, wobei die hintere mit dem Erwachsenwerden verschwindet. Haltung paarweise. Wirtsanemone: Entacmaea quadricolor.
A. melanopus , der Schwarzrote Anemonenfisch, besitzt auch im Jugendkleid nur eine Körperbinde, die auch im Erwachsenenalter erhalten bleibt. Haltung paarweise, aufgrund seines aggressiven Verhaltens keine Vergesellschaftung mit anderen roten Fischen gleicher Art! Wirtsanemonen: Entacmaea Amphiprion melanopusquadricolor, evtl. auch Heteractis crispa.

Untergattung Paramphiprion:

Mit den Arten A. latezonatus, A. polymnus, A. sebae. Diese Arten finden sich seltener im Handel. A. polymnus, der Sattelfleck-Anemonenfisch, ist eine etwas ruppige Art, aber mit Fischen anderen Aussehens zu vergesellschaften.

Untergattung Amphirion (Clarkii-Komplex):

A. clarkii, hier wohl die bekannteste Art und am häufigsten im Handel, ist der größte Vertreter dieser Gattung. Der lebhafte Fisch lässt sich gut im Gesellschaftsbecken pflegen, auch ohne Anemone. Unser Goldie behauptet sich gut gegenüber den anderen Fischen, ist immer als erster bei der Fütterung zur Stelle und beißt vor lauter Gier auch schon mal in den Finger ;-).

Untergattung Phalerebus:

Mit den Arten A. akallopisos, A. leucokranos, A. nigripes, A. perideraion, A. sandaracinos, A. thiellei. Relativ seltene Arten, die hohe Ansprüche an die Wasserqualität stellen.

Gattung Premnas:

Premnas biaculaetus , der Samtanemonenfisch, ist die einzige Art dieser Gattung. Haltung im Aquarium paarweise, ältere Tiere werden oft aggressiv. Wirtsanemone: Entacmaea quadricolor, ist aber auch ohne Anemone zu halten. Aufgrund des Kiemenstachels, den andere Fische dieser Familie nicht aufweisen, gilt Premnas als eigenständige Gattung.

Die Größe der Anemonenfische bewegt sich zwischen 6 und ca. 15 cm, wobei die meisten Arten um 10 cm groß werden. Die Färbung ist vielfältig von braun, schwarz, rot bis zu einem leuchtenden orange, häufig mit eindrucksvollen weißen (selten auch blauen) Binden. Die erste Augenbinde dient der Identifizierung der einzelnen Fische untereinander. Die Form der Binden ist bei jedem Fisch individuell, ein Fingerabdruck sozusagen, obwohl es uns Menschen schwer fällt, gravierende Unterschiede festzustellen. Von vielen Arten existieren geografische Farbvarianten, die eine eindeutige Zuordnung sehr erschweren.

Besonderheit:

Amphiprion bicinctus mit Anemone / Rotes Meer

Die größte Besonderheit ist wohl das Zusammenleben der Anemonenfische mit verschiedenen Wirtsanemonen. Einige Arten spezialisieren sich hier auf nur eine Anemonenart, andere nehmen mehrere Arten an. Dort leben sie meist paarweise, manchmal auch mehrere Tiere zusammen. Die Frage ist nun, warum die Anemonen, die ja Fische als Nahrung betrachten, gerade diese Fische nicht fressen. Dazu gibt es mehrere Theorien. Grundsätzlich handelt es sich bei dem Schutz wohl um eine Art Hautschleim, der den Fisch vor dem Nesselgift schützt, er somit nicht mehr an den Nesselzellen "kleben" bleibt und von der Anemone als Futter erkannt wird. Eine Theorie besagt, dass der Fisch den eigenen Schutzschleim der Anemonen durch das Bad in den Tentakeln über seinen Körper verteilt. Wie aber kann sich dann ein Fisch, der im Aufzuchtbecken aufgewachsen ist und niemals Kontakt mit einer Anemone hatte, in eine neu eingesetzte Wirtsanemone kuscheln, ohne festzukleben? Da trifft wohl eher die zweite Theorie zu, nämlich dass sich im Lauf der Evolution ein angeborener Hautschleim entwickelt hat, der diesen ersten Kontakt ermöglicht. Eventuell ergänzen sich auch die beiden Theorien.
Ganz eindeutig hat allerdings der Fisch mehr Vorteile durch das Zusammenleben als die Anemone. Das Nesselgift bietet ihm Schutz vor Fressfeinden. Auch haben die Fische durch das Nesselgift einen gewissen Schutz vor Krankheitserregern. Da Anemonenfische mutige kleine Kerlchen sind, verteidigen sie diese Schutzbehausung auch vehement gegen vermeintliche Angreifer, Schnorchler und Taucher nicht ausgeschlossen. Mehr dazu könnt Ihr auf der Sinaiseite nachlesen.

Ernährung:

Die meisten Arten sind im Meer Planktonfresser, einige fressen auch Algen. Sie halten sich meist im freien Wasser auf und flüchten nur bei Gefahr oder zum Schlafen in ihre Anemone. Die im Aquarium gehaltenen Exemplare fressen jegliches im Handel angebotenes Futter. Da die Fische revierbildend sind, schleppen sie große Futterstücke entweder zu ihrer Anemone, oder, wenn nicht vorhanden, in eine Höhle o. ä. Hier ist darauf zu achten, dass das Futter nicht in der Dekoration des Aquariums vergammelt.

Fortpflanzung:

Wie bei vielen Meeresfischen gibt es auch bei den Anemonenfischen den Sexualdimorphismus. Auch bei mehreren Tieren gibt es immer nur ein Weibchen, die anderen Fische sind untergeordnete Männchen. Stirbt das Weibchen, entwickelt sich aus dem ranghöchsten Männchen ein neues Weibchen. Die Anemonenfische leben meist in einer starken Paarbindung, wohl bedingt durch ihr "Zuhause", ihrer Anemone. Hier wird, meist in der Umgebung des Anemonenfußes, nach ausführlicher Balz und Nestvorbereitung auch der Laich abgelegt. Bis zum Schlüpfen der Larven wird das Nest von beiden Partnern sauber gehalten, bewacht und auch verteidigt, wobei hier ausnahmsweise das Männchen mehr tut ;-). Nach dem Schlüpfen treiben die Larven in der Strömung im offenen Meer und ernähren sich von Plankton, bis sie als Jungfische eine Anemone suchen. Einige Arten wechseln  vom Jungtier zum erwachsenen Fisch auch die Färbung.

Literaturempfehlung zur Vertiefung des Themas, hieraus habe ich auch die Zahlenangaben übernommen:
"Meerwasser Atlas Band 7", Hans. A. Baensch/Helmut Debelius, Mergus-Verlag Melle
"Riffbarsche der Welt", Dr. Gerald R. Allen, Mergus-Verlag, Melle

Als weiterführendes Standardwerk ist "Riffbarsche der Welt" sehr zu empfehlen, wohl das ausführlichste Buch zu diesem Thema. Ein umfangreiches Kapitel über die Zucht von Anemonenfischen im Aquarium ist auch im "Meerwasser Atlas Band 7" zu finden.


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